Ist es notwendig, dass wir das Beamtentum pflegen?
Diese rhetorische Frage von Wolfgang Clement, Bundesminister a.D., verbunden mit der Forderung nach einem einheitlichen Tarifrecht in Deutschland erhielt Szenenapplaus auf der diesjährigen Management-Fachtagung in Essen und machte einmal mehr deutlich, dass das Thema nach wie vor präsent ist – auch in unserer Branche. Neben einer krassen Föderalismusreform und dem Abbau von Bürokratie forderte Clement außerdem eine Restrukturierung des Bildungssystems. „Wir müssen zu den besten gehören, wenn wir volkswirtschaftlich die Besten sein wollen.“ Mit anderen Worten: lebenslanges Lernen und Bildung rückt mehr und mehr in den Fokus auch unseres Tuns. Lernen und Bildung findet in unseren Häusern statt und wir müssen uns darauf einrichten – nicht nur hinsichtlich der Infrastruktur sondern auch was das Angebot von Inhalten anbelangt. Um auf dem Markt bestehen und aus der einheitlichen Masse herausragen zu können dürfen sich Veranstaltungshäuser meiner Ansicht nach diesen Aufgaben nicht länger verschließen. Früher haben die vermeintlichen Beamten in unseren Häusern gewartet, dass das Telefon klingelt, um Aufträge entgegen zu nehmen. Damals hat das gut funktioniert. Heute betreiben wir neudeutsch Sales und akquirieren aktiv. Das funktioniert im Moment ganz gut. Und in Zukunft? In Zukunft werden wir auch Inhalte und konkrete Lösungen für unsere Kunden anbieten müssen, was auch heißt, gewisse Risiken in Form von Eigenveranstaltungen einzugehen. Wir sollten uns wappnen…
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Wie Wolfgang Clement und Sie richtig sagen, und wir alle wissen: Wir müssen zu den Besten gehören. Nur denken das die anderen auch. Der Wettbewerb wird härter und über Wissen entschieden, das steht außer Frage. Die Frage ist: Wo lernen die Wissensgesellschaften der Zukunft? Egal, ob Generation Y oder X oder „best ager“? Schule und Uni sind irgendwann zu Ende und im Web allein zu lernen, ist blöd, sind wir doch „social animals“. Hier liegt eine große Chance für die Kongresshäuser. Warum nicht Eigenveranstaltungen mit Eintritt auflegen zu Themen, die die Bürger beschäftigen: „Der mündige Patient – was muss er wissen?“; „Die perfekten Eltern – von Babyschwimmen bis Elite-Uni“ oder „Die „Silver surfer“ – Angebote für Nicht-Senioren…“.
Gut finde ich die Beispiele aus Innsbruck und Edinburgh. Nach dem Gipfel der Atomphysiker bzw. Polarforscher haben sie nach dem offiziellen Programm die Bühne frei gemacht für populärwissenschaftliche Vorträge. Schließlich waren die Experten sowieso vor Ort und „bezahlbar“. Das Publikum war hellauf begeistert über den Striptease des Polarforschers die lokale Frage: „Was passiert eigentlich in unserem Kongresshaus?“ ist beantwortet…
Welches Thema könnte wohl die Hannoveraner locken? Wir kommen auch!


Herr Präsident, sie haben den Nagel auf den Kopf getroffen. Der Vortrag von Clements war ausserordentlich gut, so dass man eigentlich fragen muss, warum bestimmen solche Politiker nicht mehr was passiert in diesem Land!
August Moderer