Green meeting, ROI, Virtueller Kongress, alles Super!?
Wir versuchen mit und ohne Emotion Wissen zu vermitteln, Botschaften in die Gehirne meißeln. Doch haben wir das je gelernt bzw. uns mit diesem Thema beschäftigt. Keiner redet davon wie man dies erfolgreich machen kann. Welche Instrumente werden dafür angewandt? Haben wir jemals einen Pädagogen, einen Neurologen, einen Soziologen, einen Psychologen mit unseren Aufgabenstellungen konfrontiert. Nein ! Keine Fachzeitschrift, kein „Eventprofessor“ hat je darüber geschrieben oder sich den Kopf darüber zerbrochen. Einen Vortrag und ein Meeting kann jeder organisieren, Hauptsache und weil es gerade Mode ist, es ist green.
Wir kümmern uns um Wärmeeinsparung, Recycling oder emissionsfreie Anreise. Wir kümmern uns darum wie man den Erfolg einer Veranstaltung messen kann und wissen doch ganz genau, dass wir erst dann was messen können, wenn wir einen Input gesetzt haben.
Wir müssen uns daher über den Input unterhalten. Inhalt der Botschaft, Pädagogisches Konzept, Dramaturgie, richtiges Verhältnis des Einsatzes von Multimedia, Regie, CI und CD und Service, Service und nochmals Service.
Wenn wir uns mit unseren Kunden über ihren Bildungsauftrag, das gilt für die Firmenveranstaltungen wie auch für die wissenschaftlichen Tagungen, unterhalten, dann sitzen wir mit ihm in seinem Erfolgsboot und wir werden sehen, dass unsere Branche ernst genommen wird!
Welche Konsequenzen ziehen wir aus der Wirtschaftskrise, das Geld wird knapp, Mitarbeiter haben plötzlich Zeit zum Faulenzen oder haben wir nicht plötzlich Zeit zur Fort- und Weiterbildung?? Wir merken es schon, die Firmen sind dabei es zu begreifen, nur wir haben keine Rezepte und keine Antwort, wir beschäftigen uns mit Green Meeting und Anderem ohne zu merken, dass uns die Basis, nämlich der Grund weshalb wir Tagungen Seminare und Kongresse machen, weg bricht. Die Aufgabenstellung sollte klar sein !! Kommt auf den Boden der Tatsachen zurück und beschäftigt Euch mit dem Kern einer Tagung, nämlich Lernen, Ausbilden, Fortbilden und den Teilnehmer fit machen, damit er seinen Konkurrenzkampf, der schärfer wird, bestehen kann.
Comments on articles
Lieber Herr Maugé, Sie haben nicht nur meinen Nerv getroffen, sondern - als der am meisten gelesene Blog - den der Branche. Wir müssen noch viel mehr wissen, wie Menschen lernen, sich erinnern und das auf Kongressen und Seminren Erlernte anwenden. Ihre Kritik an Fachpresse nehme ich an, wir werden die Themen Psychologie, Soziologe und Neurologie für Tagungen und Teilnehmer aufbereiten. Verrpochen. Wobei... DEN Hirnforscher hatten wir ja bereits im Interview. Sie erinnern sich? Eric Kandel, sogar ein Nobelpreisträger. Weitere müssen folgen.
Die Krise zur Weiterbildung zu nutzen, finde ich richtig. Doch wie sieht das in der Realität aus? Machen Ihre Kunden und unsere Leser das? Und wir selbst? Schicken Sie Ihre Mitarbeiter in diesen Monaten mehr auf Seminare? Und wenn ja, auf welche?
Hallo Michel Maugé, danke! Danke für diesen Beitrag, Sie sprechen mir aus dem Herzen. Der erste Schritt kann und muß immer sein: das der Kunde (gemeinsam mit der Agentur) klare Ziele definiert, aus der sich eine glasklare Aufgabenstellung ableitet lässt. Das gilt insbesondere für die Mehrzahl der Tagungen und Events, die stets nur aus einem Grund nach einem Schema ablaufen: nämlich dem, das es immer so gemacht wurde... Klar wird das Schema immer den aktuellen Trends (und auch Vorlieben der Evententscheider) angepasst (Molekulare Küche, Designer Hotel, Lounge, Green, allen Trends des Entertainments, usw. etc.) Zumeist verlieren die TN ddurch jedoch erst recht das wichtigste, nämlich die Ziele der VA aus den Augen.


Liebe Frau Hoffmann,
Es macht mich traurig wenn ich gerade lese, dass der EVVC dem Deutschen Tourismus Verband beigetreten ist. Wir zementieren damit die falsche Botschaft dass Kongress mit Tourismus gleichzusetzen ist. Genau das darf es nicht sein!
Kongresse und Tagungen sind ein wichtiger Teil unseres Bildungswesens. Und genau hier bin ich wieder bei meinem Statement. Wir müssen die Bildungsaufgabe in den Mittelpunkt unseres Tuns stellen, nur dann werden wir in Zukunft von der Politik aber auch von unseren Kunden gleich ob Wissenschaft oder Corporates ernst genommen.
Warum fahren wir mit unseren Bildungspartnern, Trainern, Unternehmensberatern keine gemeinsame Kampagne und rufen den Bund, die Länder und die Industrie, die von Kurzarbeit betroffen ist, nicht auf, jene Mitarbeiter die einfach nach Hause geschickt werden in dieser Zeit fit zu machen für die Zukunft. Der Bund und die Arbeitsagentur geben für Kurzarbeit Millionen von Euro aus, mit einem Teil ließe sich hier Fortbildung mitfinanzieren. Für unsere Branche wäre dies eine hervorragende Förderung. Nur wenn wir von Tourismus träumen, wie wollen wir mit o.a. Vorschlägen ernst genommen werden.
Ihr
Michel Mauge